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Im Gespräch mit Melanie von LEMELdesign – Nähen, entwickeln und immer wieder Neues ausprobieren

Autorenbild: Rosalie
Rosalie
vor 2 Stunden
7 Min. Lesezeit
Frau im lilafarbenen Jacke im blühenden Wald; darunter Text: Im Gespräch mit Melanie von lemel DESIGN

Was ich an meinen Gesprächen im Nähatelier besonders liebe? Immer wieder entdecke ich kleine Parallelen, die mich mit den Menschen verbinden, die ich für mein Magazin interviewe.


Bei Melanie von LEMELdesign ist es zum Beispiel die Oma, die ihr das Nähen beigebracht hat – genauso wie bei mir. Und auch diese Lust auf Neues, auf Weiterentwicklung und darauf, einfach loszulegen und zu schauen, wohin der eigene Weg führt, kommt mir sehr bekannt vor.


Melanie hat mit selbstgenähten Taschen und Federmäppchen angefangen, später Kinderkleidung genäht und schließlich ihre eigenen Schnittmuster entwickelt. Heute bietet sie neben ihren Schnittmustern noch vieles mehr rund ums Nähen und Selbermachen an.


Deshalb freue ich mich sehr, euch heute Melanie von LEMELdesign in meinem Nähatelier vorzustellen und mit ihr über ihren Weg, ihre Schnittmuster und das, was sie antreibt, zu sprechen.


Melanie von LEMELdesign im Gespräch


Wer steckt hinter LEMELdesign?

Viele kennen deine Schnittmuster, aber vielleicht noch nicht die Frau dahinter. Wie hat dein Weg vom Nähen von Taschen und Federmäppchen über die Kinderkleidung bis hin zu deinen eigenen Schnittmustern begonnen?

 

Hinter LEMELdesign stehe ich, Melanie – Mama von vier Kindern, kreativer Kopf und jemand, der eigentlich immer irgendwelche neuen Ideen im Kopf hat. Oftmals sogar viel zu viele, um sie alle wirklich umsetzen zu können. Und das gilt sowohl fürs Business als auch fürs Privatleben.

 

Meine Begeisterung fürs Nähen begann schon mit 12 Jahren, als meine Oma mir das Nähen beibrachte. Mich hat es von Anfang an fasziniert, wie man aus einem einfachen Stück Stoff etwas ganz Neues und vor allem Funktionales erschaffen kann.

 

Mit 17 Jahren durfte ich während meiner Fachoberschulzeit ein halbes Jahr lang jede zweite Woche ein Praktikum in einer Schneiderei machen. Dort habe ich noch einmal ganz andere Einblicke bekommen und war begeistert von den vielen Techniken, den Möglichkeiten und dem Wissen, das hinter diesem Handwerk steckt.

 

Trotzdem habe ich mich zunächst für eine Ausbildung in einem ganz anderen Bereich entschieden. Als ich diese abgeschlossen hatte, wusste ich aber, dass ich nebenbei unbedingt wieder etwas Kreatives machen möchte.

So entstanden die ersten Taschen, Federmäppchen und viele andere kleine Nähprojekte, die ich damals auf Märkten und über DaWanda verkauft habe.

 

Da ich aber jemand bin, der gerne Neues ausprobiert und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt, kam nach einiger Zeit die Kinderkleidung dazu. Und irgendwann stieß ich mit den vorhandenen Schnittmustern an meine Grenzen. Das, was ich mir vorstellte, gab es einfach nicht.

 

Also fing ich an, meine eigenen Ideen in Schnittmuster umzusetzen. Natürlich sollten diese auch ordentlich auf Herz und Nieren getestet werden. Und genau dabei kam irgendwann die Frage auf, ob es meine Schnitte denn auch zu kaufen gäbe.

Also habe ich mich getraut, meine ersten eigenen Schnittmuster zu veröffentlichen. Wie gut diese angenommen wurden, hat mich damals selbst überrascht!

 

Nach und nach wurden es immer mehr Schnittmuster und immer weniger fertig genähte Kleidungsstücke, die ich verkaufte. So hat sich LEMELdesign über die Jahre ganz von selbst zu dem entwickelt, was es heute ist.

 

Mit viel Liebe zum Detail

Bei deinen Schnitten ist mir besonders aufgefallen, wie durchdacht und ausführlich sie aufgebaut sind. Gerade für Menschen, die noch nicht so viel Näherfahrung haben, wird sehr viel erklärt und mitgedacht. Was ist dir bei der Entwicklung eines Schnittmusters und besonders bei der Gestaltung deiner Anleitungen am wichtigsten?

 

Mir ist vor allem wichtig, dass meine Schnittmuster nicht nur schön aussehen, sondern auch wirklich gut funktionieren und Freude beim Nähen machen. Aber eben auch, dass die fertigen Kleidungsstücke später richtig gut sitzen und immer wieder gerne getragen werden – egal ob von den Kids oder von uns Erwachsenen.

 

Deshalb sind mir die Erklärungen zum Anpassen der Schnittmuster auch so wichtig. Denn jeder Körper ist anders und nur wenn ein Schnitt an die eigenen Maße und Proportionen angepasst wird, kann das Kleidungsstück am Ende auch wirklich gut sitzen.

 

Schon bei meinen ersten Probenähen ist mir aufgefallen, dass immer wieder gleiche oder ähnliche Fragen aufkamen. Oft waren das Dinge, die für mich ganz selbstverständlich waren, für andere aber eben nicht. Dadurch wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, in den Anleitungen wirklich alles möglichst verständlich zu erklären.

 

Ich finde, man sollte beim Nähen nicht ständig rätseln müssen, was als Nächstes zu tun ist. Natürlich kann man nicht jede Frage vorwegnehmen, aber genau das ist mein Anspruch: möglichst viel mitzudenken, bevor überhaupt eine Frage entsteht.

 

Ich möchte, dass sowohl Anfänger als auch erfahrene Näherinnen mit meinen Schnitten zurechtkommen. Gerade wenn man noch nicht so viel Näherfahrung hat, können Kleinigkeiten einen riesigen Unterschied machen. Deshalb versuche ich, die einzelnen Schritte möglichst verständlich zu erklären und mit vielen Bildern zu begleiten.

 

Und dann liebe ich natürlich auch die verschiedenen Möglichkeiten, die ein Schnittmuster bieten kann. Denn das ist doch das Schöne am Selbernähen: Aus einem einzigen Schnitt können so viele unterschiedliche Lieblingsstücke entstehen. Deshalb finden sich in meinen Schnittmustern oft verschiedene Varianten und kleine Details, mit denen man immer wieder einen ganz anderen Look zaubern kann.

 

Mehr als nur Schnittmuster

Wenn man sich bei LEMELdesign umschaut, findet man weit mehr als nur Schnittmuster: Kleidung für Kinder und Frauen, Sport- und Yogaschnitte, Stoffe, Labels, Bügelbilder, DIY-Sets und vieles mehr. Wie hat sich LEMELdesign zu diesem vielseitigen, kreativen Ort entwickelt?

 

Ich glaube, das hat sich tatsächlich ganz von selbst entwickelt. Ich habe einfach unglaublich viele Ideen.

So wurden aus den anfänglichen Schnittmustern für meine eigenen Kinder Kollektionen, irgendwann auch Schnitte für Damen, Accessoires und vieles mehr.

 

Die Ideen für neue Schnitte kommen dabei ganz unterschiedlich. Manchmal sehe ich irgendwo ein Detail, das mir gefällt, manchmal brauchen meine Kinder etwas Bestimmtes oder ich möchte selbst etwas nähen, für das ich noch nicht den passenden Schnitt habe. Und so ist über die Jahre auch diese ziemlich große Bandbreite an Schnittmustern entstanden.

 

Ich liebe aber auch die kleinen Details, die ein Kleidungsstück besonders machen. Das können kleine Schnittdetails sein, aber eben auch Labels, Bügelbilder und Co.

 

Und so kam irgendwann der Gedanke auf, warum ich nicht auch meine eigenen Zeichnungen als Labels und Bügelbilder umsetzen sollte. Aus dieser Idee wurde dann irgendwann tatsächlich Realität.

 

So ist das Sortiment über die Jahre einfach immer weiter gewachsen. Nicht, weil ich von Anfang an einen großen Plan hatte, sondern weil immer wieder neue Ideen dazugekommen sind und ich einfach Lust hatte, sie auszuprobieren.

 

Und ich glaube, genau das macht LEMELdesign heute auch aus. Es ist eben nicht nur ein Schnittmusterlabel, sondern irgendwie auch ein Ort, an dem ich all meine kreativen Ideen ausleben kann. Zumindest die, für die am Ende auch wirklich die Zeit reicht. 😉

 

Nähen, Bewegung und Entspannung

Für mich ist Nähen pure Entspannung und eine kleine Auszeit vom Alltag. Bei dir habe ich entdeckt, dass neben den Sport- und Yogaschnittmustern auch Angebote wie dein „Selbstliebe Mini-Bundle“ dazugehören. Welche Rolle spielen Yoga, Bewegung und Entspannung in deinem eigenen Leben und wie sind diese Themen zu einem Teil von LEMEL design geworden?

 

Bewegung, Sport, Yoga und Entspannung waren schon lange vor Lemeldesign ein Teil meines Lebens. Bereits als kleines Kind war ich im Sportverein aktiv und habe verschiedene Sportarten ausprobiert.

 

Mit 16 habe ich dann meinen Übungsleiterassistenten gemacht und angefangen, im Verein mitzuhelfen. Mit 18 folgte der Übungsleiterschein für Breitensport und ich habe selbst Kinderturngruppen geleitet.

 

Als der Verein damals Trainer für neue Erwachsenenkurse suchte, fand ich Yoga spannend und habe mit 19 meine erste Yogaausbildung gemacht. Kurz darauf kam noch der Trainer-B-Schein für Entspannung und Stressbewältigung dazu. So habe ich schon damals Yogastunden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gegeben.

 

Nach meinem zweiten Kind und einem Umzug habe ich mit dem Unterrichten erst einmal pausiert. Bewegung war mir aber trotzdem immer wichtig. Sie ist für mich eine Möglichkeit, den Kopf freizubekommen, einen Ausgleich zum Alltag zu finden und auch einfach mal zur Ruhe zu kommen.

 

Vor ungefähr drei Jahren war dann für mich klar: Jetzt ist es an der Zeit, diesen Teil von mir wieder mehr aufleben zu lassen. Seitdem unterrichte ich wieder Yoga im Fitnessstudio und habe auch selbst angefangen, regelmäßiger Sport zu machen.

In dieser Zeit kamen noch einige Fortbildungen dazu, unter anderem im Bereich Yoga und Thai-Yoga-Massage. Und ich muss sagen, solche Fortbildungen sind für mich immer auch ein kleiner Urlaub. Einerseits, weil ich unglaublich gerne Neues lerne und mein Wissen erweitere, andererseits aber auch, weil sie einfach meiner Seele guttun.

 

Was ich dabei besonders schön finde: Ich kann selbst entspannen, während ich anderen dabei helfe, zur Ruhe zu kommen. Zum Beispiel, wenn ich Fantasiereisen, Körperreisen oder andere Entspannungseinheiten anleite.

 

Aktuell ist meine kleine Online-Yogawelt noch ein Teil von LEMELdesign. Aber auch hier habe ich schon länger viele Ideen und Träume im Kopf, die ich jetzt endlich umsetzen möchte. Deshalb soll dieser Bereich in den nächsten Monaten weiter wachsen.

Gut möglich, dass die Yogawelt dann irgendwann auch ihren ganz eigenen Platz außerhalb von Lemeldesign bekommt. Zum einen, weil sich die beiden Bereiche doch ziemlich unterscheiden, zum anderen aber auch aus ganz praktischen, buchhalterischen Gründen.

 

Aber egal, ob unter LEMELdesign oder irgendwann ganz eigenständig – beides gehört zu mir und ist ein Teil dessen, was ich gerne mache.

  

Was bleibt, was treibt dich an?

Du hast aus deiner eigenen Kreativität ein Label aufgebaut und entwickelst heute immer wieder neue Schnittmuster. Was treibt dich dabei an? Gibt es einen persönlichen Leitsatz oder etwas, das du anderen kreativen Menschen mitgeben möchtest?

 

Ich glaube, was mich am meisten antreibt, ist tatsächlich die Freude daran, etwas Eigenes zu erschaffen. Ich liebe diesen Prozess, wenn aus einer ersten Idee im Kopf irgendwann ein fertiges Schnittmuster wird und ich anschließend sehe, was andere Menschen daraus zaubern.

 

Es ist jedes Mal wieder etwas Besonderes, die genähten Werke meiner Kundinnen zu sehen. Gerade weil ein Schnittmuster so unterschiedlich umgesetzt werden kann und jeder seine ganz eigene Kreativität einfließen lässt.

 

Und natürlich liebe ich auch die Abwechslung. Ich bin niemand, der gerne immer nur das Gleiche macht. Neue Ideen auszuprobieren, Dinge weiterzuentwickeln und manchmal auch einfach ins kalte Wasser zu springen, gehört für mich dazu.

 

Was ich anderen mitgeben möchte? Man muss nicht von Anfang an alles können oder einen perfekten Plan haben. Man darf ausprobieren, Fehler machen, dazulernen und seinen eigenen Weg finden.

 

Manchmal entstehen die schönsten Dinge schließlich genau dann, wenn man sich einfach traut, anzufangen.



Mein Fazit


Durch das Sommer-Stapelnähen bin ich auf LEMELdesign aufmerksam geworden und habe dadurch wieder einige Schnitte von Melanie ausprobiert.


Besonders schön war für mich, dass ich dadurch auch wieder mehr Lust bekommen habe, für meine Kinder zu nähen – etwas, das in den letzten Jahren tatsächlich ein wenig zu kurz gekommen ist.


Umso mehr hat es mir Freude gemacht, Melanie für mein Magazin zu interviewen. Vielen Dank, liebe Melanie, für deine ausführlichen und persönlichen Antworten und den Einblick in deine Arbeit und ihre kreative Welt.


Du hast meinen Beitrag über das Sommer-Stapelnähen noch nicht gelesen? Dann schau gerne hier vorbei. Dort findest du auch einige Nähbeispiele mit den Schnittmustern von LEMELdesign. Zum Beitrag über das Sommer-Stapelnähen.


Und im nächsten Monat wird es passend zur Weihnachtszeit etwas Besonderes geben: kein Interview, sondern eine kleine Überraschung. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten.


Ich freue mich schon darauf, euch dann wieder mitzunehmen.


Eure Rosalie


Transparenzhinweis

Dieser Beitrag ist aus eigener Initiative und ohne Auftrag oder Vergütung entstanden. Das LEMELdesign-Logo und Bilder wurde mir von Melanie freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

 

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