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Nachhaltige Stoffe im Fokus: Mein Interview mit Lebenskleidung

  • Autorenbild: Rosalie
    Rosalie
  • 15. Sept. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Okt. 2025


Nachhaltige Stoffe von Lebenskleidung im Vordergrund, im Hintergrund verschwommen eine handgenähte Tasche aus der Serie ‚Neu verwurzelt‘.

Willkommen zurück in meinem Nähatelier!

Rosalies Gespräche aus dem Nähatelier – Volume 8


Heute habe ich etwas ganz Besonderes für euch: Ich darf euch eine Kooperation vorstellen, die mir sehr am Herzen liegt. Gemeinsam mit Lebenskleidung starte ich in eine neue Serie: „Neu verwurzelt“ 🌿


Zu Beginn unserer Zusammenarbeit habe ich von Lebenskleidung Stoffe zum Testen erhalten, um mir ein Bild von der Qualität zu machen. Die Taschen, die daraus entstehen, sind Probestücke für meine Probeträgerinnen. Künftig werde ich meine Stoffe regulär im B2B-Bereich (Geschäftskundenbereich) bei Lebenskleidung bestellen. Unsere Kooperation lebt vor allem von Beratung und gegenseitiger Unterstützung – eine Partnerschaft, die aus Überzeugung entstanden ist. Lebenskleidung ist ein Berliner Textilunternehmen, das sich auf nachhaltige Stoffe und faire Produktionsketten spezialisiert hat.


Weil mir Transparenz und Austausch wichtig sind, habe ich meine Partner direkt befragt.


Ein Gespräch mit Lebenskleidung


Rosalie:

Lebenskleidung, viele meiner Leser:innen kennen euch vielleicht noch nicht so gut. Könnt ihr kurz erzählen, wofür ihr steht?


Lebenskleidung:

Uns gibt es seit über 15 Jahren und von Anfang an wollten wir nachhaltige Stoffe für alle zugänglich machen. Die meisten unserer Stoffe sind GOTS-zertifiziert, viele Webstoffe tragen sogar zusätzliche Siegel, die schon beim Baumwollanbau ansetzen. Wir bieten super kleine Mindestmengen ab 0,5 m an und sind damit sowohl für B2B als auch für B2C interessant – für viele junge Labels sind wir die Starthilfe, wenn sie ihre nachhaltige Brand aufbauen. Aber wir stehen nicht nur für Qualität und Zertifizierungen, sondern auch für den Wandel, den die Textilbranche dringend braucht. Statt weiter starr auf zwei Kollektionen pro Jahr zu setzen, arbeiten wir inzwischen flexibler: mit Sammelbestellungen, mit Deadstock und mit unserem GOTS-zertifizierten Digitaldruck, der es ermöglicht, Stoffe individuell zu gestalten. Unser Credo „More Than Fabrics“ heißt, dass wir all das immer beachten und uns im Job wie auch privat mit Nachhaltigkeit und ihren Möglichkeiten und Hürden auseinandersetzen.


Rosalie:

Ein zentraler Bestandteil eurer Arbeit sind die Deadstock-Stoffe. Könnt ihr uns erklären, was genau das bedeutet und warum ihr euch entschieden habt, diese Stoffe zu nutzen?


Lebenskleidung:

Deadstock sind Stoffe, die bereits produziert wurden, aber von den Brands nicht mehr genutzt werden – weil Kollektionen geändert wurden oder Restmengen übrig sind. Vor über einem Jahr haben wir begonnen, diesen Bereich stark auszubauen, weil er gleich mehrere Vorteile verbindet: Wir retten Ressourcen, bieten hochwertige Stoffe zu sehr guten Preisen an und machen sie so auch für kleinere Labels und Nähbegeisterte leistbar. Deadstock ist für uns auch ein Schlüssel, um Nachhaltigkeit neu zu denken. Wir wissen natürlich um die Sorgen, die einige zurecht äußern – nämlich dass man damit Überproduktion weiter ‚normalisiert‘. Unsere Antwort ist hier allerdings eher pragmatisch: Manche Brands haben aufgrund von Inflation und schwerer Planbarkeit nun einmal Restmengen von Materialien, die sie nicht verarbeiten können. Warum also sollte man diese nicht nutzen? Zumal, wie im Falle unserer Funktionsstoffe, sich dadurch für uns auch die Chance ergibt, unser Portfolio in eine Richtung zu ergänzen, die wir sonst gar nicht einschlagen könnten.


Rosalie:

Was mich besonders begeistert: Ihr legt großen Wert darauf, dass man nachvollziehen kann, woher die Stoffe kommen. Wie werden die Stoffe produziert, und wie wichtig sind euch Themen wie Transparenz und Rückverfolgbarkeit?


Lebenskleidung:

Wir arbeiten fast ausschließlich mit Familienunternehmen, vor allem in Portugal und Litauen, und mit Partnern wie Elmertex, die viele unserer Webstoffe herstellen. Elmertex ist in Baumwollprojekten in Uganda und Kirgisien aktiv und zertifiziert schon ab dem Feld – also noch früher als GOTS. So wird garantiert, dass auch die Baumwollbäuer:innen fair bezahlt werden. Wir besuchen unsere Produzenten regelmäßig, waren selbst schon in Uganda und sind auch in engem Austausch mit unserem Warenlager in Wilsum. Bei Deadstock-Stoffen haben wir naturgemäß weniger Einblick in die ursprüngliche Produktion, aber hier setzen wir auf langjährige Beziehungen zu den Brands und klare Kriterien, damit wir auch bei diesen Stoffen sicherstellen können, dass sie zu uns passen. Transparenz und Vertrauen sind die absolute Basis unserer Arbeit – ohne das gäbe es Lebenskleidung nicht. Dass es uns schon so lange gibt, ist da natürlich ein riesengroßer Vorteil. Innovationen, die sich konkret mit Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit beschäftigen, finden wir total spannend und kennen die meisten natürlich. Für uns als sehr kleines Unternehmen sind diese aus finanzieller Sicht aber nicht integrierbar, weswegen wir hier ganz ‚Old Scholl‘ auf regelmäßige Besuche und stabile Partnerbeziehungen setzen, und damit auch ziemlich gut fahren.


Meine Sicht auf Nachhaltige Stoffe, Lebenskleidung & die Zusammenarbeit


Für mich bedeutet die Arbeit mit Deadstock-Stoffen: Ich kann hochwertige Materialien nutzen, die gleichzeitig Ressourcen schonen und eine Geschichte erzählen. Das passt perfekt zu meiner Vorstellung von Nachhaltigkeit.

Besonders schön finde ich bei Lebenskleidung, dass ich genau nachvollziehen kann, in welchem Land die Stoffe hergestellt wurden. Diese Informationen möchte ich künftig in meinen Artikelbeschreibungen direkt an meine Kund:innen weitergeben. Klar, verständlich und offen.

 

Meine neue Serie: „Neu verwurzelt“ 🌿


Aus den nachhaltigen Stoffen von Lebenskleidung entstehen aktuell Probetaschen, die von ausgewählten Probeträgerinnen getestet werden. So kann ich mir ein Bild von der Qualität, Haptik und Verarbeitung machen und wertvolles Feedback einholen.


Offiziell erscheint „Neu verwurzelt“ am 1. Oktober, mit zunächst vier Handtaschen-Modellen:

Forest Elegance – inspiriert vom tiefen Grün des Waldes

Amber Elegance – warme Erdtöne mit goldenem Glanz (Handytasche)

Leo Elegance – klassisch, elegant und ein Hauch wild

Ocean Elegance – tiefes Blau-Grün mit dem Zusammenspiel aus Tiefe und Wärme



Die Serie ist geprägt von natürlichen Erdtönen wie Forest Green, Braun und Karamell.

Ich verarbeite edlen Jacquard und robuste, wasserabweisende Jackenstoffe – Materialien, die nicht nur schön, sondern auch langlebig sind.

Das Besondere: Jede Tasche ist ein Unikat. Ihr könnt Details selbst mitgestalten – etwa Gurtband, Karabiner oder kleine Feinheiten. So entsteht euer persönliches Lieblingsstück aus nachhaltigen Stoffen mit Charakter.


Mein Fazit


Mit „Neu verwurzelt“ gehe ich einen neuen Schritt: Taschen, die nicht nur praktisch und schön sind, sondern auch in enger Zusammenarbeit mit einem Partner entstehen, dessen Philosophie ich zu 100 % teile. Ich freue mich sehr, dass Lebenskleidung mich auf diesem Weg begleitet und darauf, euch bald die ersten Taschen zu zeigen!


Ausblick: Ein Blick in die nächste Woche


Schon nächste Woche wird es einen neuen Support-Blogbeitrag geben, in dem ich euch hinter die Kulissen eines gemeinsamen Projekts mit meiner Instagram-Community und Lebenskleidung mitnehme. Wir zeigen, wie Ideen entstehen, wie die ersten Designs entstehen und wie ihr selbst aktiv mitgestalten könnt. Seid gespannt – es wird ein spannender Einblick in unsere kreative Zusammenarbeit!

 

Viele Grüße aus dem Nähatelier Eure Rosalie

 

 

1 Kommentar


Sarah
18. Sept. 2025

Was ein wundervoller Artikel! Danke für das sehr interessante Interview und die Erklärungen! Und dir viel Erfolg beim erschaffen :)

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